Ratgeber Selbstfesselung

Was macht man, wenn man auf Bondage, also auf Fesselspiele steht, und keinen Partner hat? Und auch im Rahmen einer Partnerschaft kann es durchaus sein, dass man sich die Fetischwünsche zum Beispiel nach Bondage selbst erfüllen muss. Vielleicht, weil der Partner kein Verständnis dafür hat oder nur notgedrungen mitmacht und dadurch kein echtes Vergnügen aufkommen kann. Die Frage ist nur, bringt das wirklich etwas, eine solche Selbstfesselung? Vor allem wenn man devot ist, ist die Fesselung doch eine Möglichkeit, sich dem Willen des anderen zu unterwerfen. Das kann man bei der Autoerotik ja gar nicht erreichen. Trotzdem können diese Spiele mit der Selbstfesselung, der Selfbondage, ganz reizvoll sein, und deshalb gebe ich hier ein paar Tipps, wie man das anfangen kann, und zwar ebenso effektiv wie sicher.

Sicherheit

Die Sicherheit bei der Selbstfesselung – ein weitaus umfassenderes Problem, als dies bei jedem anderen Spiel der Fall ist. Da ist keiner, der ein Auge darauf hat, dass dem hilflos Gefesselten nichts geschieht; keiner, der bei einem Zwischenfall zur Schere oder zum Messer greift und ohne viel Federlesens die Notlage beendet. Sie selbst, und nur Sie selbst sind gefragt, mögliche Notfälle, Unfälle, Zwischenfälle vorauszusehen und einzuplanen; Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Sie tragen die volle Verantwortung für sich. Wobei kein Mensch alles vorhersehen und für alles Abhilfe schaffen kann. Das macht Selfbondage immer immens gefährlich und fordert enorm hohe Vorsorgemaßnahmen.

Dabei müssen Sie einerseits, weil Sie auf sich allein gestellt sind, noch weit rigoroser vorgehen als beim Paarspiel. Auf der anderen Seite nimmt eine zu strikte Sicherheit, eine zu einfache Lösungsmöglichkeit der Selbstfesselung jedoch viel ihres Reizes. Lassen Sie sich nicht verführen – noch der größte erotische Reiz ist es nicht wert, einen Gesundheitsschaden davonzutragen; oder gar sein Leben zu riskieren. Und scheuen Sie sich nicht, Möglichkeiten vorzusehen, die Hilfe von außen heranrufen. Die psychologische Hemmschwelle vor einem solchen Hilferuf allein wird bereits verhindern, dass dies eine allzu einfache und leicht erreichbare Hintertür für Sie ist. Aber sie ist für den Notfall nun einmal erforderlich. Sie fürchten, sich dabei zu blamieren? Dazu kann ich nur sagen: Lieber tausend Mal blamiert als einmal tot! Und das kann man nicht oft genug wiederholen.

Selbstverständlich ist es absolut oberpeinlich, wenn der Nachbar einen aus den Handschellen herausholen muss oder die Freundin einen mit heruntergelassener Hose per Zahlenschloss an den Kühlschrank gefesselt vorfindet. Wenn Sie lieber verletzt werden, oder sterben, als das zu erleben – bitte. Obwohl es sicherlich bessere Methoden für einen Selbstmord gibt. Also: Legen Sie ein Handy parat; eingeschaltet (vielleicht mit Vibrationsalarm, damit das Klingeln Sie nicht stört); so, dass Sie möglichst nur eine einzige Taste drücken müssen, um es irgendwo klingeln zu lassen, wo man Ihnen zu Hilfe eilen kann – was sich im Zweifel über die Wahlwiederholung machen lässt. Tragen Sie Schuhe, mit denen Sie einen solchen Höllenlärm veranstalten können, dass garantiert ein Mitbewohner herbeistürzt und notfalls Ihre Wohnung per Hausmeister öffnen lässt – wobei es sinnvoller ist, jemandem einen zweiten Schlüssel zu geben; wer weiß, wo der Hausmeister gerade ist, wenn es überhaupt einen gibt. Dasselbe Ergebnis lässt sich durch Schreien erreichen. Tragen Sie deshalb niemals einen Knebel oder eine Maske! Dass Sie sich nichts um Ihren Hals oder auch nur in die Nähe dieser empfindlichen Region legen, versteht sich von selbst. Verzichten Sie auch auf Augenbinden – wer weiß, wozu Sie Ihre Augen brauchen werden! Öffnen Sie die Fenster, wenn es nicht zu kalt ist. Der Zwang dazu, bei steigender Erregung leise sein zu müssen, ist als fremdbestimmter Befehl sicherlich nicht ganz unerwünscht, oder?

Aus diesen Ratschlägen folgt ein weiterer: Fesseln Sie sich nur dort selbst, wo andere Menschen höchstens einen Hilferuf weit sind! So groß die Versuchung auch sein mag, einen Ort weit weg von Entdeckung zu suchen – geben Sie ihr nicht nach. Treffen Sie für die geplante Zeit plus gegebenenfalls einer gewissen Zeitspanne für Unvorhergesehenes eine Verabredung mit jemandem, der entweder zum Treffen in Ihre Wohnung kommt, auf jeden Fall aber hartnäckig genug ist, sich um Ihren Verbleib zu sorgen, wenn Sie nicht auftauchen. (Ich hoffe, Sie sind normalerweise zuverlässig – sonst kann es dauern, bis Ihr Bekannter sich Sorgen macht!) Am besten ist ein Sicherheitsnetz in der Form, dass ein Freund, eine Freundin zu einer bestimmten Zeit mit einem eigenen Zweitschlüssel in Ihre Wohnung kommt. Gleichzeitig fordert das das größte Vertrauen. Als Spiel im Rahmen einer dominant-devoten Beziehung kann es fantastisch sein – sind Sie allein, bedeutet es im Zweifel einen schalen Nachgeschmack. Zumindest einen telefonischen Check sollten Sie allerdings unbedingt mit jemandem vereinbaren, der sich um Sie kümmert, wenn Sie nicht zur vorgesehenen Zeit anrufen. Sie müssen ihm ja nicht genau erklären, was Sie vorhaben. Falls Sie Seile oder Tücher benutzen, halten Sie ein Messer in Ihrer Nähe; möglichst bereits so eingeklemmt (notfalls mit Hilfe von Knete und Klebeband befestigt), dass Sie mit dem Seil nur daran entlang schrammen müssen. Es ist zwar längst nicht so einfach, wie es in Filmen gezeigt wird, sich damit zu befreien, wenn die Hände gebunden sind – aber besser als nichts ist es allemal.

Sitzen Sie oder liegen Sie – aber versuchen Sie keine Experimente im Stehen. Die Gefahr eines Schwächeanfalls ist zu groß. Arbeiten Sie nicht mit fester Bondage und nehmen Sie keine Materialien und Knoten, die sich zuziehen können. Die Fesselung muss absolut bequem sein (Ledermanschetten sind da geradezu ideal); bedenken Sie – wenn Ihre Hände eingeschlafen sind, können selbst ein paar Minuten endlos werden! Falls Sie Ketten oder Ähnliches mit einem Haken verbinden, benutzen Sie auch gegen Zug zu öffnende Panikhaken. Sie sind bei der Selfbondage der Top ebenso wie der Sub – passen Sie gut auf sich auf! Erwägen Sie vorher, was alles schief gehen oder dazwischenkommen könnte – und planen Sie Alternativen, Lösungen ein. Testen Sie alles mehrfach und stückweise so, dass Sie dabei noch nicht vollständig gefesselt sind. Sobald Sie erst einmal hilflos sind, ist es zu spät. Üben Sie mehrfach an einfacheren, ohne weiteres lösbaren Fesselungen, bis Sie die notwendigen Handgriffe sicher und im Schlaf beherrschen. Arbeiten Sie mit mehreren Sicherheitsnetzen – beispielsweise einem zweiten und dritten Schlüssel, einem Messer und einem vorprogrammierten Freundesbesuch etc.

Versorgen Sie Haustüre, Herde, Musikanlage, Fernseher, bevor Sie beginnen – und wenn es Ihnen nicht genau um solche Spiele geht, gehen Sie noch einmal aufs Klo; Sie wissen nicht, wann es Ihnen das nächste Mal möglich sein wird. Und trinken Sie noch etwas. Durstig sein kappt den schönsten Spaß. Sollte etwas Unvorhergesehenes eintreten, das Sie nicht eingeplant haben – keine Panik. Atmen Sie mehrfach tief durch, überlegen Sie. Sie sind Ihre einzige Hoffnung. Notfalls braucht es ja nur den Griff zum Handy und einen Tastendruck – oder einen Hilferuf. Betrachten Sie die so weit wie möglich perfekte Planung als Herausforderung, während Sie sich dabei eines hohen Restrisikos bewusst sein müssen. Und ändern Sie Ihren einstudierten Plan auch beim größten Reiz nicht – jede noch so kleine, ungetestete, unüberlegte Abweichung oder Ergänzung potenziert die Gefahren. Überlegen Sie es sich deshalb mehrfach, ob Sie es wirklich tun wollen, was Sie geplant haben. Ob Sie tatsächlich die physische Realität echter Fesseln brauchen oder nicht doch die Phantasie allein ausreicht. Denken Sie daran – wenn ein Brand ausbricht, wenn Sie ohnmächtig werden, es ist niemand da, der Ihnen hilft.

Methoden: Die einfachen

Das hat Sie alles nicht abgeschreckt? Okay; kommen wir also zu den Fesselmöglichkeiten. Aus den Hinweisen zur Sicherheit folgt, dass eine nicht strikte Fesselung – wenn denn schon die Phantasie allein nicht ausreicht – immer die beste Lösung ist. Hier ein paar raffinierte Methoden à la Trick 17 mit Selbstüberlistung, um die Spannung dabei doch zu erhöhen. Ich persönlich finde, ein Aufenthalt in einem engen Saunasack macht bewegungslos genug – schließlich erfordert es einiges an Aufwand, sich daraus zu befreien. Auch zwei Ledermanschetten und die Handgelenke damit aneinandergeschlossen bedeuten eine ziemliche Fummelei, bis man wieder frei ist. Um die Sache zu erschweren, können die Manschetten zusätzlich an einem etwas höher gelagerten Wandhaken etc. befestigt werden. Bei ebenfalls zusammengebundenen Fußgelenken oder weiteren kleinen Nettigkeiten wie Brustklammern, Hodengewichten u.a. steht Ihnen für den Anfang damit eine durchaus nicht zu verachtende Übung bevor. Ansonsten sind einfache Handschellen hier sehr effektiv. Beschränkt man sich darauf (und ergänzt höchstens Fesselungen, die sich auch mit den Händen in Handschellen ohne weiteres lösen lassen, wie etwa Ledermanschetten für die Füße), so kann man viel Spaß damit haben, den Schlüssel zu erlangen – und im Notfall einfach persönlich Hilfe holen gehen, falls es nicht gelingt.

Ein absolut schlichtes Beispiel: Ich lege die Handschellen an, nachdem ich den Schlüssel vorher in eine Rolle Klebeband eingewickelt habe. (Natürlich mit der klebenden Seite nach innen) Ich bin für eine ganze Weile sicher gefesselt – und trotzdem kann fast nichts passieren. Allerdings Vorsicht, es ist weit schwieriger, den Schlüssel mit zusammengebunden Händen zu benutzen, als man sich dies vielleicht so blauäugig theoretisch vorstellt! Das klappt eigentlich nur im Gangsterfilm schnell und reibungslos – oder nach viel Übung. Natürlich kann ich den Handschellenschlüssel auch auf eine Schnur aufreihen, die ich per losem beweglichem Seil-Slip o.ä. anlege, bevor ich die Eisen schließe. Der Schlüssel sollte dabei möglichst irgendwo auf dem Hintern zu liegen kommen, und das Seil direkt unmittelbar davor, das ich mit den gefesselten Händen durch den Schritt ziehe, um an den Schlüssel heranzukommen, ist vielleicht mit Tigerbalsam verfeinert. Oder der Schlüssel ist so an einem Gewicht für die Brustwarzen bzw. der entsprechenden Kette befestigt, das ich ihn mühsam heraus fingern muss – was ausreichend viel an Schmerz verursachen wird, sofern ich nicht extrem geschickt bin.

Aus einem Topf mit heißem (wegen der Verbrennungsgefahr nicht kochendem) Wasser ist der Schlüssel übrigens auch nicht so schnell und einfach herauszuholen; zumal mit gefesselten Händen. Und wer es komplizierter mag, der nimmt Erbsensuppe oder einen anderen Eintopf. Der nicht einmal heiß sein muss. Wer einen Widerwillen gegen Kleister oder anderes glitschige Zeug hat (wie beispielsweise den giftgrünen Glibberkram, der an Kindern verkauft wird, um die Eltern zu schockieren), kann das metallene Ziel der Erlösungswünsche auch in Schüsselchen mit entsprechenden Zugaben aufbewahren und auf die Hemmschwelle bauen, freiwillig hinein zu fassen. Es dauert garantiert eine Weile, bevor man wieder frei ist. Ebenso wie in den Fällen, in denen ein geschickt per Schnur irgendwo hoch oben befestigter kleiner Eimer mit Wasser oder Schlimmerem (Limonade, Öl …) umgekippt werden muss, um an den Schlüssel zu gelangen. Wer macht sich schon freiwillig so schnell selbst so viel Arbeit? Der Nachteil dabei: Die ekelhafte Aufräumarbeit findet erst nachher statt, kann also die Lust am Dienen kaum erhöhen.

Oder Sie deponieren den Schlüssel zwar sicher, jedoch außerhalb Ihrer Wohnung. Vielleicht im Briefkasten? (Oder, noch peinlicher, in Ihrem Auto, das am Straßenrand geparkt ist …) Wenn Sie nicht entgeistert angestarrt werden wollen, weil man die Handschellen sieht, erfordert das große Geduld, bis Treppenhaus und Straße leer sind – und von Ihrem Wunsch hängt das ganz gewiss nicht ab. Leicht ist es überdies ebenfalls nicht, so den Briefkasten aufzuschließen, oder die Fahrertür. Und vielleicht legen Sie für alle Fälle eine Jacke bereit, die Sie dezent über das verräterische Metall legen … Wenn Sie dem Switchen etwas abgewöhnen können, können Sie sich einfach auch selbst befehlen, eine bestimmte Zeit bewegungslos zu verharren – dann ist es strenggenommen ebenfalls nicht Ihr eigener Wille, der Sie festhält. Gerade in einer solchen Übung sehe ich eine ganz besondere Herausforderung. Aber so empfindet nicht jeder – und bei der Erotik geht es nun einmal um die höchstpersönlichen Träume jedes einzelnen. Deshalb erfahren Sie nun mehr über die strikteren Formen der Selbstfesselung.

Methoden: Die strikten

Wer es wirklich immobil mag, für den gibt es die Möglichkeit der zeitlichen Begrenzung einer festen und sicheren Fesselung. Sozusagen mit einer gewissermaßen immanenten Lösungsvorrichtung. Für eine solche Verzögerung gibt es folgende Methoden:

  • Eis
  • Wachs
  • Luftwiderstand
  • (Elektro-)Magnete
  • Zeitschaltuhr
  • Zahlenschloss und Zeitschloss

Wichtig ist es, die Mechanismen nicht so einzusetzen, dass Sie auf sie angewiesen sind, um sich befreien zu können – sondern umgekehrt. Die Mechanismen verhindern für eine gewisse Zeit Ihre Befreiung. Geht etwas schief, wie ein Stromausfall etc., muss aber der Normalzustand der möglichen Befreiung ein – und nicht deren Unmöglichkeit wie im anderen Fall. Das heißt, bei einem Stromausfall lösen sich die handschellen – und sind nicht endgültig “eingeschnappt”. Verlassen Sie sich nur auf die Dinge, auf die Sie sich wirklich verlassen können. Eine Zeitschaltuhr ist wenig Hilfe, wenn der Strom ausfällt; und selbst wenn eine Pufferbatterie existiert: Sie könnten beim Programmieren einen Fehler machen. Eis allerdings schmilzt immer; vielleicht ein wenig langsamer, wenn die Heizung ausfällt, aber es schmilzt. Dinge schweben nicht, sondern sie fallen zu Boden; eine andere solche Gewissheit. Wenn Sie Licht brauchen, um sich zu befreien, etwa weil ein Zahlenschloss ihre Fesseln sichert, ist Sonnenlicht das einzige, das Sie sicher einplanen können. Lampen können ausfallen, und zeituhrgesteuerte auch noch zusätzlich wegen eines Fehlers anders reagieren als geplant. Was ist zum Beispiel, wenn nach wenigen Sekunden die Birne durchbrennt?

Seien Sie, auf einen Nenner gebracht, also misstrauisch bei allem, was elektrisch oder sonst motorisiert und sehr kompliziert ist. Es könnte sich um eine “Montagsmaschine” handeln. Komplizierte technische Vorkehrungen wie der elektronische Katzenfutterautomat oder die Bastelei des Schlüssel in einem offenen kleinen Filmdöschen, an dem Griff einer mechanischen Eieruhr befestigt, machen sich hervorragend in einer Kurzgeschichte – aber nicht in der Realität, wenn sie ausfallen. Und bei letzterem Beispiel kann alles gut gehen und Sie schauen trotzdem verzweifelt in die leere Dose: Der Schlüssel fällt, aber nicht erreichbar in Ihre Nähe. Sondern er klimpert zu Boden, springt zweimal – und verschwindet unter dem Sofa. Grundsätzlich gilt: Je einfacher, desto besser. Und für den Anfang tut es auch eine Fesselung, bei der beispielsweise eine Hand frei bleibt und notfalls für ein schnelles Befreien sorgen kann – mehr sollte allenfalls dann folgen, wenn man ausreichend Übung hat. Nicht umsonst werden wahre Entfesselungskünstler so gut bezahlt. Zumindest aber beweisen Sie die Vernunft, einen zweiten Schlüssel einfacher erreichbar zu deponieren, wenn Sie sich auf schwierige Experimente einlassen. Sie können es ja für unsportlich erklären, zur Notlösung zu greifen, bevor alles andere gescheitert ist. Besitzen Sie nicht einmal die Geduld und Disziplin für diese Notwendigkeit, sollten Sie auf so gefährliche Spiele wie Selfbondage vielleicht lieber ganz verzichten.

Eis

Die simple Methode ist nicht immer die reizloseste – und nachdem Sicherheit oberstes Gebot ist, im Zweifel auch die empfehlenswerteste. Frieren Sie einen Handschellenschlüssel (oder aber den Schlüssel zu einem Vorhängeschloss, das Ihre Bondage sicher verwahrt) im Kühlschrank in einen Eisblock ein. (Eine am Rand des Gefäßes befestigte Wäscheklammer mit Schnur kann ihn während des Gefrierprozesses einigermaßen aufrecht halten.) Die Größe des Gefäßes richtet sich nach Ihrer Geduld beim Warten aufs Auftauen. (Vorsicht: Zumal wenn man gefesselt ist dauert alles elend lange! Jedenfalls kommt es einem so vor. Nehmen Sie am Anfang lieber einen ganz kleinen Eisblock – den aus diesem Eiswürfeltablett. Den entscheidenden Teil des Schlüssels können Sie damit schon gut vereisen, bzw. “eineisen”. Bereiten Sie eine Fesselung für die Füße vor. Am einfachsten: Befestigen Sie lederne Fußmanschetten an einer Kette, die Sie unter der Matratze bzw. unter dem Bett hindurch führen. Diese Bondage Ihrer Beine/Füße können Sie auch mit gefesselten Händen und im Dunklen jederzeit beenden. Greifen Sie sich den Eiswürfel – wer gerne zusätzliche Erschwernisse mag, kann ihn sich vielleicht auf den Bauch legen – und schließen Sie erst dann die Handschellen mit dem verführerischen Klack. Mit den Schlüssellöchern nach unten. Aber nicht zucken, wenn es kalt wird – sonst landet der Schlüssel womöglich auf dem Boden. Immerhin – einmal aufrichten, die Fußmanschetten öffnen, und er wird erreichbar. Trotzdem – ein zweiter bequem auf dem Nachttisch oder spätestens im Nebenzimmer ist ein beruhigender Gedanke. Eine Alternative ist es, den Schlüssel in ein kleines Plastikröhrchen (Abflussrohr etc.) zu legen, dieses mit Wasser zu füllen, und die Enden zu verschließen; notfalls mit Klebeband. Etwas nass, diese Angelegenheit, aber machbar. Oder greifen Sie zu einem Filmdöschen, das die passende Kappe gleich mitbringt. Probieren Sie die Zeiten, die das Tauen in Anspruch nimmt, ungefesselt aus, damit Sie planen können! Selbst beim Filmröhrchen kann es zwei Stunden oder mehr dauern, bis das Eis geschmolzen ist und den Schlüssel frei gibt. Ein einfacher Eiswürfel braucht normalerweise bereits zwischen ein und zwei Stunden. Wenn Sie dann doch zu ungeduldig werden, nehmen Sie das Eis in die Hand und pressen Sie es – dadurch schmilzt es schneller. Aber eine echte Probe Ihrer Befehlshingabe wäre es doch, das Tauen vollständig abzuwarten, oder?

Natürlich kann man den Eis-Einsatz auf tausenderlei Arten variieren, ausschmücken, verkomplizieren. Hier bleibt viel Ihrer eigenen Phantasie überlassen – ich gebe nur Hinweise, keine Drehbücher! Besonders beliebt ist der zusätzliche Einsatz einer Schnur oder eines Drahtes. Mit eingefroren, kann diese Vorrichtung benutzt werden, um den Eiswürfel, je nach Geschmack erreichbar oder unerreichbar für die gefesselten Hände, irgendwo aufzuhängen; an einem Schrank, einem Haken für eine Blumenampel, oder was auch immer. Nur, seien Sie klug. Dass der Schlüssel fällt, wenn das Eis geschmolzen ist, ist sicher; wohin er fällt nicht. Achten Sie darauf, dass er nicht unter eine Kommode kullern kann oder in eine Kiste mit Kram fällt, die sie dann wie den Heuhaufen nach der Nadel durchsuchen müssen. Und legen Sie sich einen zweiten Schlüssel bequem parat. Testen Sie den Tauvorgang und die Folgen mehrfach, bevor es an den Ernstfall geht. Für größere Sicherheit empfiehlt sich die Benutzung von zwei Seilen; an jedem Ende eines. Das zweite, an einem weiteren Haken befestigt, hält die Konstruktion sicher in einer Lage, die den Schlüssel erreichbar macht. Vorher – und beim Herabfallen. Oder das zweite Seil ist dasjenige, an dem das Eis schmelzen muss, um das erste Seil freizugeben – das den Schlüssel dann in Reichweite der eigenen Hände bringt, so gesichert, dass er gerade nicht herabfallen kann und im Nirwana verschwinden. Sie können den im Eis eingeschlossenen Schlüssel auch hinter eine Zimmertür platzieren, so dass Sie ihn an der daran befestigten Schnur erst dann zu sich ziehen können, wenn das Eis zur Pfütze geworden ist. Sofern Ihre Türen unten Spiel haben. Das bedeutet für Sie nachher ein wenig Putzarbeit – wenn Sie darauf stehen … Ansonsten würde ich dabei die Zimmertür aus Sicherheitsgründen nicht verschließen.

Statt Handschellen und Schlüssel können Sie übrigens auch Bondageseile oder -tape und ein Messer zum Aufschneiden benutzen. Allerdings lässt sich selbst eine kleine Klinge viel schwieriger einfrieren; und auf Dauer wird es teuer, die Fesselungsmaterialien jedes Mal ersetzen zu müssen. Ein einzelner kleiner Handschellenschlüssel ist zu leicht dafür – aber wenn Sie ihn an Ihrem normalen Schlüsselring befestigen, können Sie auch einen Nylonstrumpf einsetzen, den Sie mit Eiswürfeln füllen. Führen Sie das obere Strumpfende durch den Schlüsselring (der dadurch über den ganzen Eiswürfeln zu liegen kommt) und hängen Sie die Konstruktion auf. Sobald die Eiswürfel ihren Aggregatszustand geändert haben, rutscht der schwere Schlüssel den nun wieder dünnen Strumpf entlang nach unten. Jedenfalls ist das zu hoffen … Testen Sie es lieber vorher umfassend! Vor allem muss der Schlüsselring schwer genug sein und darf keine scharfen Kanten haben, an denen er hängen bleibt. Der Vorteil dieser Methode ist aber immerhin, dass es nirgendwo verräterische Spuren gibt. Ein eingefrorener Schlüssel mit Schnur daran im Eisfach ist da schon schwieriger zu erklären.

Wachs

Einen ähnlichen Zweck wie Eis kann Wachs erfüllen: das Befreiungsinstrument eine Weile lang so sichern, dass Sie es unmöglich benutzen können. Aber: Da Sie Wärme brauchen, um das Wachs zu schmelzen und den Schlüssel hervorzuholen, und als Wärmequellen nur elektrische Geräte in Frage kommen (im einfachsten Fall eine Glühbirne, die mit etwas Pech bereits nach fünf Sekunden durchbrennen kann), vor deren Versagen mit oder ohne Stromausfall Sie nie sicher sind, oder offenes Feuer, das bei einem solchen Solospiel viel zu gefährlich wäre, kann ich davon nur abraten.

Luftwiderstand

Das Spiel mit dem Luftwiderstand ist in meinen Augen relativ reizlos. Dafür brauchen Sie eine Schnur und etwas, das die Schnur beim Pendeln behindert, ihr Schwingen also verlangsamt. Große Pappstücke als “Flügel-Bremsen” oder ähnliches können diese Aufgabe erfüllen. Am Ende der Schnur wird der Schlüssel befestigt, und die Schnur am Schluss lange, lange, lange gedreht. Sobald man loslässt, dreht sich das Gebilde – wobei der Schlüssel erst erreichbar wird, wenn alles zum Stehen kommt. Das kann ein paar Minuten dauern. Mir allerdings ist das zu viel Aufwand für zu wenig Verzögerung.

Elektromagnete

Elektromagnete (hier aber Vorsicht wegen der Möglichkeit eines Stromausfalls oder Batterieversagens) können ein Stück Metall wie einen Schlüssel ebenfalls in einer Lage halten, die sie unerreichbar macht – etwa in Deckenhöhe. Achten Sie darauf, dass für den Fall, dass die Stromzufuhr stoppt, der Schlüssel immer auf Sie fällt oder in Ihre Nähe. Da man aber mit einem Stromausfall nicht sicher rechnen kann, muss etwas anderes hinzukommen, das die Unerreichbarkeit nach nicht allzu langer Zeit beendet.

Zeitschaltuhr

Dies geschieht zum Beispiel über eine Zeitschaltuhr, die in der Regel den Ausfall beim Umspannwerk oder im Sicherungskasten ersetzen muss. Eine solche verliert aber, mit oder ohne Pufferbatterie, im Zweifel ebenfalls ihren Sinn, wenn der Strom ausfällt. Gut; im Fall der Elektromagneten ist dies relativ ungefährlich. Da führt genau dieser “Zwischenfall” zur Rettung. Aber: Darüber hinaus kann auch der größte Techniker einmal einen Fehler machen und sie falsch programmieren. Und dann warten Sie vielleicht 14 statt zwei Stunden auf die Befreiung. Oder gar 22.

Zahlenschloss und Zeitschloss

Viel gerühmt ist auch ein anderer Einsatz einer Zeitschaltuhr. Interessanter finde ich persönlich jetzt allerdings das Zahlenschloss. Die Fesseln werden dabei nicht per normalem Schloss geschlossen und der Manipulation entzogen, sondern per Zahlenschloss. Erst wenn Sie die richtige Kombination eingeben, kommen Sie frei. Nachdem das Spiel so allerdings zu einfach wäre, beginnt man damit im Dunklen; nachts oder bei geschlossenen Rollläden. Nach einer Stunde oder wann auch immer schaltet sich eine zeituhrgesteuerte Lampe ein, deren Helligkeit erst die Zahleneingabe ermöglicht. Erneut – ich würde mich auf eine Zeitschaltuhr nicht verlassen; selbst nicht auf zwei parallel geschaltete an zwei Lampen. Und wer jemals verzweifelt vor einem Schrank oder Aktenkoffer hockte, weil ihm aus unerfindlichen Gründen die Zahlenkombination entfallen ist oder irgendetwas beim Drehen trotz zwei freier Hände nicht funktionierte, wird an diese Möglichkeit ebenfalls nur mit Unbehagen denken. Daran ändert sich auch nicht viel, wenn das Zahlenschloss nicht Ihre Fesseln sichert, sondern den Schlüssel zu den Handfesseln. Mir wäre nur dann etwas wohler, wenn ein, zwei Ersatzschlüssel gut erreichbar sind. Oder zwei, drei Taschenlampen. Oder wenn der Sonnenaufgang bevorsteht – und die Rollläden oben sind.

Entweder einzeln, oder aber auch in Kombination mit einem Zahlenschloss kann man auch ein Zeitschloss einsetzen, das ein Schloss erst nach einer gewissen Zeit wieder aufschnappen lässt – oder erst dann zum Beispiel die Eingabe des Zahlencodes ermöglicht. Solche Zeitschlösser für Fesseln beziehungsweise Fesseln mit eingebautem Zeitschloss gibt es in den meisten SM Shops zu kaufen. Natürlich gibt es auch angeblich absolut sichere Zeitschlösser, die Sie hundertprozentig verlässlich nur für eine bestimmte Zeit gefesselt halten und Sie dann wie ein magisches Sesam-öffne-dich, nur von selbst und ganz ohne Zauberspruch, wieder freigeben. Bei einer Bank funktioniert das mit dem Tresorraum ja schließlich auch. Allerdings traue ich keiner Technik, die ich nicht vollständig durchschauen kann; und bislang habe ich noch niemanden getroffen, der mir den Mechanismus nachvollziehbar erklären konnte; so, dass ich mich auf ihn hätte verlassen wollen. Schließlich hängt notfalls ja mein Leben davon ab, dass alles ordnungsgemäß funktioniert. Wer Erfahrungen und Kenntnisse besitzt, was solche Zeitschlösser betrifft, sei aber ganz heftig gebeten, diese mit mir und allen Lesern zu teilen. Auf entsprechende Zuschriften freue ich mich – und bedanke mich bereits im Voraus für die Mühe. Ich kann es in jedem Fall nur noch einmal wiederholen: Bei der Selbstfesselung sind Sie nicht nur der devote Partner, der sich fallen lassen und genießen kann, sondern gleichzeitig der aktive, der die Verantwortung trägt. Nicht für einen anderen Menschen, sondern für sich selbst. Play safe – and enjoy.

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